OLGA NEUWIRTH - Chamber music

Nicolas Hodges piano
Irvine Arditti
violin
Garth Knox viola d'amore
Arditti String Quartet


Includes booklet with text by Stefan Drees
0012462KAI - 2005

Acroate Hadal
tracklisting:

Akroate Hadal für Streichquartett (1995) 12:34
Quasare/Pulsare für Violine und Klavier (1995-96) 10:31
. . . ?risonanze! . . . für viola d'amore (1996-97) 9:49
. . . ad auras . . . in memoriam H. (1999) 12.24
incidendo/fluido (2000) 11:33
settori (1999) 5:41

TT: 62:32

Olga Neuwirth’s music is full of shifts, ruptures, deformations and associative relationships. Her works build upon a various materials of sound, image and language taken from highly diverse backgrounds, which she interconnects without evening out their intrinsic characteristics. Usually marked by unpredictable transformations during which the music branches out like lush organic growth, the composition comes to reflect the heterogeneous starting materials.
These also include a special way of handling the musical instruments – the composer manipulates the tone colors, usually through untypical tuning and preparation, thus providing the groundwork for the creation of highly differentiated musical situations. This roughening of sounds cannot be taken as a mere rejection of conventional euphony. Rather, it articulates a need to capture the potential that lies dormant in these sound producers and harness it for the process of composition thus creating a means of expression based on these unusual ways of sound production in order to formulate contemporary musical figures. Although the composer always traces her vocabulary back to the process of generation that begins with the acoustics and resonance of the instruments used, the process can be understood most clearly in her chamber music instrumentation, especially in the works composed for strings. (Stefan Drees)

Olga Neuwirths Musik steckt voller Verschiebungen, Brüche, Deformationen und assoziativer Bezüge. Ausgangspunkt ihrer Arbeiten sind Klang-, Bild- und Sprachmaterialien verschiedenster Herkunft und Beschaf-fenheit, die sie verbindet, ohne deren jeweilige Eigenschaften einander anzugleichen. Meist geprägt durch unvorhersehbare Formverläufe, in denen sich die Musik wie in einem Prozess organischen Wucherns verästelt, erweist sich das Komponierte als Abbild dieser heterogenen Ausgangsmaterialien.
Zu ihnen gehört auch der spezifische Umgang mit den Musikinstrumenten, deren Klangfarben die Komponistin meist mittels ungewöhnlicher Stimmungen und Präpa-rationen manipuliert, um auf dieser Grundlage vielfältig differenzierte Klangsituationen entwickeln zu können. Es genügt nicht, dieses Aufrauhen von Klängen als Verweigerungshaltung gegenüber dem konventionellen Schönklang anzusehen; vielmehr artikuliert sich darin auch ein Bedürfnis, das im Verborgenen ruhende Potenzial der Klangerzeuger auszuschöpfen, es für das Komponieren nutzbar zu machen und so auf der Basis ungewöhnlicher Arten der Klangproduktion Ausdrucksmittel für die Formulierung zeitgemäßer musikalischer Sprachgestalten zu gewinnen. Obgleich die Komponistin ihr Vokabular immer wieder auf Generierungsprozesse zurückführt, die am Klang- und Resonanzverhalten der benutzten Instrumente ansetzen, lässt sich das Verfahren an den Kammermusikbesetzungen, insbesondere an den für Streicher komponierten Werken, am deutlichsten nachvollziehen. (Stefan Drees)
www.olganeuwirth.com